Einmaleins-Tests in der Grundschule, und wie man dafür übt
Vishwen Labs

In Deutschland gibt es keinen landesweiten Einmaleins-Test; geprüft wird in der Klasse, meist in der zweiten und dritten Jahrgangsstufe, durch Lernzielkontrollen, Kopfrechenrunden und an vielen Schulen einen Einmaleins-Führerschein, den ein Kind Reihe für Reihe oder mit einem abschließenden Test erwirbt. Geprüft wird fast immer dasselbe: einzelne Aufgaben durcheinander, im Kopf, in wenigen Sekunden. England zeigt, wie das im Extremfall aussieht, mit einem landesweiten Check am Ende des vierten Schuljahrs: 25 Aufgaben aus den Reihen 2 bis 12, sechs Sekunden pro Aufgabe. Dafür übt man am besten so, wie geprüft wird: Aufgaben außer der Reihe, schnell, bis die 7er und 8er so schnell kommen wie die 10er.
Was in Klasse 2 und 3 geprüft wird
Die Lehrpläne der Länder unterscheiden sich im Wortlaut, nicht im Kern. Das kleine Einmaleins bis 10 × 10 gehört in die zweite und dritte Klasse: In der zweiten kommen die Kernaufgaben, die 1er-, 2er-, 5er- und 10er-Reihen und die Quadratzahlen, von denen die übrigen Aufgaben abgeleitet werden; bis zum Ende der dritten sollen alle Aufgaben automatisiert sein, also ohne Rechnen abrufbar. Bayerns LehrplanPLUS etwa setzt die Kernaufgaben für die Jahrgangsstufe 2 und das ganze kleine Einmaleins für die Jahrgangsstufe 3. Eine Lernzielkontrolle prüft das mit Aufgaben durcheinander, oft samt Umkehraufgaben (56 : 7), und mit einer Zeitvorgabe, die Nachrechnen ausschließt.
Der Einmaleins-Führerschein
Viele Grundschulen arbeiten mit einem Einmaleins-Führerschein: Für jede Reihe gibt es einen kurzen Test, meist zwanzig bis dreißig Aufgaben durcheinander in wenigen Minuten, und wer ihn fehlerfrei oder fast fehlerfrei schafft, bekommt einen Stempel; sind alle Reihen abgestempelt, gibt es den Führerschein. Die Reihenfolge ist Sache der Schule, und ein nicht bestandener Test wird wiederholt, nicht benotet. Für Eltern ist das Format eine Vorlage: Man übt zu Hause genau so, eine Reihe auf Zeit, durcheinander, und weiß nach zwei Minuten, ob sie sitzt.
Englands Check: 25 Aufgaben, sechs Sekunden
England prüft seit 2022 landesweit: Der Multiplication Tables Check am Ende des vierten Schuljahrs, das Kinder mit acht oder neun Jahren abschließen, stellt am Bildschirm 25 Aufgaben aus den Reihen 2 bis 12, jede in der Form n1 × n2 = mit einem Eingabefeld, mit sechs Sekunden pro Aufgabe und drei Sekunden Pause dazwischen, nach drei Übungsaufgaben. Der Rahmen der Prüfbehörde begründet die sechs Sekunden mit Versuchen an 1.124 Kindern: lang genug zum Abrufen, zu kurz zum Ausrechnen. Es gibt keine Bestehensgrenze, die Schule bekommt eine Punktzahl von 25, und die Reihen 6, 7, 8, 9 und 12 sind mit je zwei bis vier Aufgaben pro Bogen stärker vertreten, weil sie als die schwersten gelten. Das Fenster 2026 läuft vom 1. bis 12. Juni.
So übt man auf schnelle Antworten
Abrufen durcheinander üben, nicht Reihen der Reihe nach, und zwar ab dem Zeitpunkt, an dem die Reihe sicher ist. Zehn Minuten am Tag gemischte Aufgaben mit den Fehlern noch am selben Tag reichen; der Ratgeber zum täglichen Üben hat eine Routine. Sobald die Aufgaben sicher sind, kommt die Zeit dazu: ein Reihentest auf Zeit, ein gemischter Test oder ein Spiel, das schneller wird. Multiplication: Times Tables macht beides. Jede Reihe hat einen Test auf Zeit, dessen Bestzeit gespeichert wird, und die Level mischen die Reihen bis zu ihrer Nummer, sodass Level 10 dem kleinen Einmaleins entspricht: die 1er bis 10er durcheinander, eine Aufgabe nach der anderen, mit falschen Antworten zurück in die Wiederholung. Die Schlange wird mit jeder richtigen Antwort schneller und trainiert denselben Reflex, den ein Test misst.

Wenn es beim Test hakt
Fällt ein Test schlechter aus als erwartet, liegt es fast immer an den 6ern, 7ern, 8ern und 9ern oder an der Aufregung über die Uhr, und beides lässt sich mit ein paar Wochen gemischtem Üben auf Zeit beheben. Was nicht hilft, ist die Reihe noch einmal aufsagen zu lassen: Das Kind kann die Abfolge längst, es fehlt der Zugriff auf die einzelne Aufgabe. Zwei Wochen mit den vier schweren Reihen, den Fehlern in der Wiederholungsliste und einem Test auf Zeit pro Woche sind das übliche Rezept.
Weitere Fragen zum Thema
Kann mein Kind beim Einmaleins-Führerschein durchfallen?
Die Regeln legt die Schule fest, aber üblich ist, dass ein nicht bestandener Reihentest wiederholt wird, bis er sitzt, und dass die Reihe erst dann abgestempelt wird. Es ist ein Übungsformat, keine Klassenarbeit, und die meisten Kinder brauchen bei ein oder zwei Reihen einen zweiten Anlauf.
Welche Reihen kommen in Tests am häufigsten dran?
Die 6er, 7er, 8er und 9er, weil dort die meisten Fehler passieren. Englands Check gewichtet sie ausdrücklich, mit zwei bis vier Aufgaben pro Bogen aus jeder dieser Reihen und aus der 12er, gegenüber null bis zwei aus den 2ern und 10ern; deutsche Lernzielkontrollen fragen sie erfahrungsgemäß ähnlich gern.


